Was ist Kanusport

Was ist Kanu?
Genau das wollen wir euch auf diesen Seiten zeigen!

 

Bei uns im Verein steht der Kanu-Rennsport im Mittelpunkt, aber Kanu das ist der √úberbegriff f√ľr viele Interessante Wassersportarten, die halt alle eine Gemeinsamkeit haben, n√§mlich das vorw√§rts Paddeln.

So ist Kanu-Rennsport das fahren einer Distanz auf flachem Gewässer gegeneinander, wo hingegen beim Wildwasser und Slalom einzeln gegen die Uhr auf strömenden Gewässer gefahren wird, beim Kanu-Polo und Drachenboot das Team im Vordergrund steht und beim Wandern einfach nur der Spaß an der Natur im Vordergrund steht!

Wir m√∂chten euch hier einen Eindruck √ľber Kanu vermitteln und dazu animieren, es einmal selbst zu probieren!

Aber was ist Kanu nun eigentlich?

Kanu:

Das Wort Kanu ist (im deutschsprachigen Raum) der Oberbegriff f√ľr alle Wassersportger√§te, die mit Paddeln in Blickrichtung bewegt werden. Den Ursprung des Kanus datiert man auf ca. 4000 v.Chr. Ein Ur-Kanu wurde am Euphrat gefunden, das etwa dieses Alter hat. Den Fahrer eines Kanus bezeichnet man als Kanuten bzw. als Kanutin.

Man unterscheidet verschiedene Bootstypen:
– Der Kanadier wird von 1 bis zu 10 Personen mit je einem Stechpaddel, das nur ein Paddelblatt hat, vorangetrieben.

– Der Kajak oder Kayak, wird von bis zu 4 Personen mit je einem Doppelpaddel vorw√§rts bewegt. Fr√ľher gab es auch 5 er (in Halle-siehe Foto) auch gab es versuche mit einem K8.

Thomas Zober

HALLEsche Wassersporttage 2011

Kajak 5

Kajak 5

РDie Drachenboote werden ebenfalls den Kanus zugeordnet. Dort gibt es mittlerweile 10 Sitzer, 20 Sitzer und in den Ursprungsländern in Asien mit 40 und mehr Paddlern.

Hallesches Drachenbootrennen 2009

Hallesches Drachenbootrennen 2009

– Das Faltboot besteht aus einem Holz- oder Metallgestell, √ľber die eine Bootshaut aus impr√§gniertem Stoff oder Kunststoff gespannt wird.

РStarre Boote aus Holz (mit oder ohne Leinwandbespannung), aus Faser-verstärktem Kunststoff (Glasfaser), aus Hochleistungsthermoplasten wie Polyethylen oder aus Aluminium.

– Schlauchboot-Ausf√ľhrungen haben kein starres Bootsgestell, sondern beziehen Ihre Stabilit√§t aus mit Luft gef√ľllten Schl√§uchen.

– der Oceansport ist die j√ľngste aller Kanusportarten, diese k√∂nnen im Flachwasser, Fl√ľssen aber mit mehr Spass auch bei starken Wellengang in den Meeren durchgef√ľhrt werden. Im Stand Up Paddling (Paddeln im stehen auf einer Art Surfbrett), dem Outrigger oder Va√° (werden mit einem Stechpaddel und einem Boot mit Ausleger im sitzen gepaddelt) und dem Surf Ski ( sit on Top Kajak mit Doppelpaddel) mittlerweile schon Wettk√§mpfe sowie Meisterschaften angeboten.

Outrigger OC2

Outrigger OC2

Premiere, OC1 Rennen in Halle

Premiere, OC1 Rennen in Halle

Die Kajaks stammen von den Inuit, die Kanadier von den Indianern Nordamerikas. Die ersten Ausf√ľhrungen bestanden aus Tierhaut und Knochen bzw. Birkenrinde oder Holz.

Die Hauptmerkmale der Fahreigenschaften sind Schnelligkeit, Wendigkeit und Kippstabilität. Heute kennt man im Kanusport vielfältige Bootsformen und Disziplinen.

Kajaks:
Kajaks sind kleine kiellose Boote. Sie werden in Fahrtrichtung sitzend mit einem Doppelpaddel bewegt und sind meist f√ľr eine oder zwei Personen, im Rennsport bis zu vier Personen, ausgelegt. Kajaks wurden in der Arktis von den Inuit (Eskimos) entwickelt. Dort wurden schnelle und wendige Kanus f√ľr die Jagd ben√∂tigt. Die Inuit bauten die Kajaks aus Holz und Knochen. Der Rahmen wurde mit Tierfellen bespannt. √Ąhnliche Boote verwendete auch die Bev√∂lkerung der Aleuten f√ľr die Jagd auf dem Meer: die so genannten Baidarkas.

Im 20. Jahrhundert: Bl√ľtezeit der Faltboote (faltbare Kajaks aus Holz- oder Metallger√ľst und mit PVC beschichtetem Stoff bespannt). Moderne Kajaks sind aus Kunststoff (meist Polyethylen oder glas-, kohlenstoff- bzw. aramidfaserverst√§rktem Kunststoff) oder Holz gefertigt. Aber v.a. in Gr√∂nland wird auch die traditionelle Kajakbauweise immer noch angewendet, wobei die Haut heute meist aus impr√§gnierter Leinwand besteht.

Die Inuit entwickelten auch eine Technik, um sich bei Kenterung schnell und ohne aussteigen zu m√ľssen wieder aufrichten zu k√∂nnen. Der Begriff Eskimorolle (auch Kenterrolle genannt) stammt daher.

Canadier:

Canadier

Canadier


Kanadier wurden von den Indianern Nordamerikas f√ľr die Fahrt auf Fl√ľssen und Seen Kanadas entwickelt. Sie k√∂nnen gro√üe Lasten aufnehmen, und unterst√ľtzen so die nomadische Lebensweise ihrer Erfinder. Gleichzeitig sind Kanadier leicht gebaut, um ein Umgehen von Stromschnellen oder anderen Hindernissen zu erlauben. Kanadier zeichnen sich einen geringen Tiefgang aus; hierdurch ist das Boot sehr wendig und kann auch flache Gew√§sser befahren. Durch eine breite Bauweise in der Bootsmitte wird oft eine hohe Kentersicherheit erreicht. Kanadier werden in kniender Stellung mit Stechpaddeln vorw√§rts bewegt. Die heutigen Freizeit- Wanderkanadier werden h√§ufig auch sitzend gepaddelt. Die klassischen Kanadier sind nach oben offene Kanus, mit viel Platz f√ľr Gep√§ck und Personen. Neuere Bauweisen gibt es auch in geschlossener Form, insbesondere f√ľr das Wildwasser.

Geschichte:
W√§hrend das Kajak seine Wurzeln in Gr√∂nland hat, wurden Kanadier urspr√ľnglich von Indianern in sorgf√§ltiger Handarbeit aus √Ąsten als Ger√ľst und Rinde als Bootsk√∂rper hergestellt. Bis 1930 hatte sich der Kanusport in Europa zu einer beliebten Sportart entwickelt. 1933 wurden die ersten Europameisterschaften ausgetragen, 1936 wurde diese Sportart Disziplin bei den Olympischen Spielen. Weltmeisterschaften finden auf stehendem Wasser seit 1938 statt; seit 1970 werden sie mit Ausnahme von olympischen Jahren j√§hrlich ausgetragen. Die Kanuslalom-Weltmeisterschaft wird seit 1949 alle zwei Jahre abgehalten.

(„Kanusport“, Microsoft(R) Encarta(R) 99 Enzyklop√§die. (c) 1993-1998 Microsoft Corporation.)

Bootsklassen und Maße Kanu-Rennsport

Beim Kajak wird zwischen K1 (Einer), K2 (Zweier) und K4 (Vierer) unterschieden. Dies gilt auch f√ľr den Canadier, dementsprechend dann C1, C2 und C4 genannt. National wird au√üerdem der Mannschaftscanadier (C8 oder MC) gefahren.
In den Wettkampfbestimmungen sind die Ma√üe f√ľr die Boote genau festgelegt:

Klasse/Max.Länge/Mindestgewicht

K1:   5,20 m / 12 kg
K2:   6,50 m / 18 kg
K4: 11,00 m / 30 kg
C1:   5,20 m / 16 kg
C2:   6,50 m / 20 kg
C4:   9,00 m / 30 kg
C8: 11,00 m / —

 

Paracanoe – Bootsabmessungen (ICF-Vorgaben Stand 2011)

1. Veränderungen sind erlaubt, wenn sie einer Verbesserung der Stabilität dienen und das Boot langsamer machen (z.B. Stabilisierungs-Pontoons)

2. Adaptionen sind nicht beschränkt. Sobald sie sicher am Boot befestigt sind, gelten sie als Teil des Gewichts.

K ‚Äď 1 Maximale L√§nge 520 cm
Minimale Breite ¬† 50 cm ( gemessen 10 cm √ľber dem Boden des Bootsk√∂rpers)
Minimum Gewicht   12 kg
K Р2 Maximale Länge 650 cm
Minimale Breite ¬† 47 cm ( gemessen 10 cm √ľber dem Boden des Bootsk√∂rpers)
Minimum Gewicht  18 kg
V Р1 Maximale Länge 730 cm
Minimum Gewicht  13 kg
V ‚Äď 1Ama = Pontoon z. Zt. Keine Beschr√§nkung der Ma√üesiehe Punkt 1 der Zusatzbemerkungen
V Р2 Maximale Länge 850 cm
Minimum Gewicht  18 kg
V ‚Äď 2Ama = Pontoon z. Zt. Keine Beschr√§nkung der Ma√üesiehe Punkt 1 der Zusatzbemerkungen

 

Outrigger

Outrigger

Nelo Viper, geeignet f√ľr Parakanu Rennen

Bemerkungen zu den Va’a:

1. Va¬īa ist ein Va¬īa mit einem Rumpf, einem Auma (= OutriggerPontoon) und 2 `iako ¬†(= Halterungen f√ľr den Pontoon), die durch mind. 1 Sitz getrennt sein m√ľssen.

2. A. Der Bootsrumpf, der Pontoon und die Halterungen m√ľssen die oben beschriebenen Spezifizierungen erf√ľllen.

B. Wenn der Veranstalter keinen kompletten Satz identischer V1 oder V2 f√ľr den Wettkampf stellt, m√ľssen die benutzten Boote in allen Teilen die oben genannten Spezifizierungen erf√ľllen.

3.¬†¬† Para Va¬īa Zubeh√∂r wie ein adaptierter Sitz m√ľssen entfernt werden k√∂nnen. Der Paddler darf seinen eigene Ausr√ľstung benutzen, in der Form, in der sie vom IVF Para Va¬īa Committee ¬†genehmigt wurden.

4. Es kann entweder ein Sit-in Va¬īa oder ein Sit-on Va¬īa benutzt werden. Es wird jedoch ein Sit-in Va¬īa empfohlen.

5. Der outrigger-Pontoon soll auf der linken Seite angebracht sein, jedoch entfernt k√∂nnen, um auf der rechten Seite angebracht werden zu k√∂nnen, wenn der Paddler dies ben√∂tigt Es muss das IVF Para Va¬īa Committee zugestimmt haben.

6.    Steueranlagen sind nicht erlaubt.

Quellen: www.kanu.de

Und nun noch der Vergleich zwischen Kanu und Rudern

Rudern

Kanu

Рoben offen, nur mit Steuerung, wenn ein Steuermann mitfährt, Sitz beweglich

BOOT

Kajak oben geschlossen, mit Lenkung, die per Fuß gesteuert wirdCanadier oben offen, ohne Lenkung

– zweiteilig, fest am Boot angebracht

RUDER

РNein, beim Kanu heißt es Paddel und es ist zusammen und nicht fest angebracht-

es wird r√ľckw√§rts gefahren und nur lange Strecken, da es schneller ist als Kanu

FAHRWEISE

Рes wird vorwärts gefahren und nahezu alle Streckenlängen

oder ihr schaut unter www.kanu.de

 

F√ľr Interessierte gibt es hier noch einen √úberblick auf die gro√üen Ereignisse in der Welt des Kanu-Rennsports:

Nationale Wettkämpfe

Deutsche Meisterschaften

Deutsche Meisterschaften werden vom Deutschen Kanu-Verband seit 1919 veranstaltet. Sie finden j√§hrlich an unterschiedlichen Austragungsorten statt. Insgesamt werden in √ľber 70 Klassen die Deutschen Meister ermittelt. Teilnehmen kann nur, wer sich bei den Gruppenregatten Nord, Ost, S√ľd oder West qualifiziert hat. Nur die Finalteilnehmer haben das Startrecht bei der Deutschen Meisterschaft.

 

 

Internationale Wettkämpfe

Olympische Spiele (Kanu-Rennsport und Kanu-Slalom im Programm)

 

Der Kanu-Rennsport wurde im Jahre 1936 erstmalig in das olympische Programm aufgenommen und ist seitdem fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Folgende zwölf Disziplinen gehören derzeit ins olympische Programm:

200 m: Kajak-Herren K1 / K2

200m: Kajak-Damen K1

200 m: Canadier-Herren C1

500 m: Kajak-Damen K1 / K2 / K4
1000 m: Kajak-Herren K1 / K2 / K4
1000 m: Canadier-Herren C1 / C2

Ab 2016 ist der Kanusport f√ľr k√∂rperlich gehandicapte Athleten (Parakanu) Paralympisch

200 m Kajak Herren K1 LTA, TA, A
200 m Outrigger Herren V1  LTA, TA, A

200 m Kajak Damen K1 LTA, TA, A
200 m Outrigger Damen V1  LTA, TA, A

200 m Kajak Mixed K2 LTA, TA, A
200 m Outrigger Mixed V2  LTA, TA, A

Weltmeisterschaften

200 m / 500 m: Kajak-Damen K1 / K2 / K4, 4xK1 Staffel 200m
200 m / 500 m: Kajak-Herren K1 / K2 / K4, 4x K1 Staffel 200m
200 m/ 500m: Canadier Damen C1

200 m / 500 m: Canadier-Herren C1 / C2 / C4, 4x C1 Staffel 200m
1000 m: Kajak-Damen K1 / K2/ K4
1000 m: Kajak-Herren K1 / K2 / K4
1000 m: Canadier-Herren C1 / C2 / C4

Bei den Weltmeisterschaften ist pro Nation und Disziplin nur ein Boot startberechtigt.

Junioren-Weltmeisterschaften

Seit 1985 richtet die Internationale Kanu-F√∂rderation (ICF) Junioren-Weltmeisterschaften aus. Sie finden alle zwei Jahre statt. Teilnehmen d√ľrfen Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Es wird das Weltmeisterschaftsprogramm (s.o.) gefahren, ausgenommen die 200-m-Distanz. Im Wechsel dazu wird alle zwei Jahre der Worldcup mit den gleichen Disziplinen durchgef√ľhrt. Es finden auch Olympische Jugendspiele mit Kanu Disziplinen statt.

Europameisterschaften

Seit 1996 gibt es auch im Kanu-Rennsport Europameisterschaften. Diese finden alle 2 Jahre im Wechsel f√ľr Junioren und Leistungsklasse statt.