Geschichte

Geschichte des Halleschen Kanu-Club 54 e.V.

hier einige Eindrücke in Jahrzehnten geordnet.

  • ab 1950
  • ab 1960
  • ab 1970
  • ab 1980
  • ab 1990
  • ab 2000
  • ab 2010
  • Vereinsjubiläum „60 Jahre HKC 2014“

Hier die Geschichte und die Entwicklung des Vereins und des Osendorfer Sees in Kurzfassung:

Der Osendorfer See     (Stand 2012)

Das ehemals in der Elsteraue gelegene Territorium wurde im 19. Jahrhundert bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts zur Braunkohleförderung genutzt. Anschließend füllte sich die Grube „Hermine Henriette“ mit Grundwasser, die Tagebaurestlandschaft mutierte zum Osendorfer See, der in den fünfziger Jahren das Interesse kanusportbegeisterter Döllnitzer weckte.

Tiefe Erosionsrinnen bestimmen bis heute die z. T. steilen Hangbereiche, auf denen sich Anfänge einer Bodenbildung finden, die für Pappel-, Birken- und Kieferaufforstungen im ufernahen Bereich genutzt wird. Charakteristisch für den Osendorfer See sind schmale Schilfsäume. Es gibt kaum einen Flachwasserbereich. Der Wasserstand wird mit Hilfe eines Pumpenwerkes konstant gehalten.

See Urzustand

See Urzustand

Tagebaurestloch 1954

Luftaufnahme aus Richtung Bucht

Luftaufnahme aus Richtung Bucht

Luftaufnahme 1998

Wie alles anfing

Acht kanusportbegeisterte junge Leute um den Döllnitzer Karl Kunitzsch erkundeten das Tagebaurestloch und beschlossen, es für ihre Sportart nutzbar zu machen.

Am 1. April 1954 legten sie den Grundstein für eine Kanusektion in der Betriebssportgemeinschaft Aktivist Halle-Süd, die vom Braunkohlenwerk Ammendorf finanziell und materiell unterstützt wurde.

Von Beginn an standen im Mittelpunkt der Ausbau der Sportstätte und das sportliche

Training – beides immer im Einklang mit der Natur.

Bereits im August 1954 fand auf dem See eine erste Kanuregatta statt. Ihr folgten DDR-Jugendmeisterschaften und alljährliche Ausrichtung von Meisterschaften des Bezirkes Halle.

Viel Ausdauer und Zuversicht wird den ,Sportlern der ersten Stunde’ bescheinigt, die damit den Grundstein für eine „großartige Entwicklung des Kanurennsportes in der Sportgemeinschaft“ (Zitat der Lokalpresse) legten.

Dabei tauchten durchaus einige Probleme auf, zum Teil begründet mit den Besonderheiten des Tagebaus: sei es 1958 beim Bau der Bootshalle, 1962 beim Bemühen um Uferbefestigung oder 1963 beim Anlegen der Plattenwege und Grünflächen sowie dem Bau von Umkleideräumen.

In unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden legten die Sportler selbst mit Hand an bei der Rekultivierung des Bergbaugeländes und beim Aufbau ihrer Sportstätte, die heute wohl zu den schönsten Sport- und Kanuregattastrecken der Bundesrepublik gehört. Aus dem Kanuzentrum ist nicht nur ein Domizil für die Kanuten sondern für viele Sportvereine, Sportverbände und Schulen geworden.

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Sanierung und Aufbau der Regattastrecke

Ein kritischer Moment in der Geschichte der Sportstätte Osendorfer See war das Jahr 1975.

Die Bergbauschutzbehörde stand vor der Frage, das Tagebaurestloch zu fluten oder das Gelände zu sanieren.

Der Kanuverein kämpfte um den Erhalt der Sportstätte und erreichte die Sanierung.

Das bedeutete: Hänge standsicher machen, Stollen verfüllen. In diesem Zusammenhang wurde auch der Ausbau der Regattastrecke auf internationales Niveau erreicht.

 Strecke  seilanlage1  wasserweg2

Erdplanierung zur Verbreiterung des Sees am 1000-Meter-Start. Jeweils 10 Eisenpfähle halten bzw. tragen die Streckenseile (einschließlich Bojen) für die 9 Bahnen der auf 1000 Meter ausgelegten Regattastrecke

Mit diesen Arbeiten am Tagebaurestloch vollzog sich für die BSG ein Trägerwechsel: vom VEB Braunkohlekombinat Geiseltal zum SBTK Halle.

Ab 1. März 1975 trug der Verein den Namen: BSG Aufbau Halle-Süd.

Im April 1981 konnte dem Trainingszentrum Kanu-Rennsport die rekonstruierte Sportstätte übergeben werden. Im gleichen Jahr begann die Aufforstung der Tagebaurestlandschaft, Grünflächen wurden angelegt und die Arbeiten an der Uferbefestigung gingen weiter.

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Fortan waren für die Durchführung der Bezirksmeisterschaften und der Bezirkspartakiaden im Kanu-Rennsport etc. optimale Bedingungen gegeben.

Neben einer gesunden Breitenentwicklung stand das Leistungsstreben im Mittelpunkt der vielseitigen sportlichen Ausbildung. 1948 begann Karl Kunitzsch noch in Döllnitz mit seiner Übungsleitertätigkeit im Kanu-Rennsport. Viele Talente wurden gefördert und wechselten zu den besten Leistungssportzentren im Kanu-Rennsport  z.B. Magdeburg, Potsdam oder Leipzig); siehe die Erfolge bei nationalen und internationalen Wettkämpfen.

Eine Auswahl an sportlichen Erfolgen sind unter die erfolgreichsten Sportler das HKC gelistet

Wichtigste Auszeichnungen im sportlichen Bereich

1968: „Goldenes Paddel“ des Deutschen Kanu-Sport-Verbandes (DKSV) der DDR für Karl Kunitzsch

1973: Verdienstmedaille des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) für Karl Kunitzsch

1974: Medaille für vorbildliche Tätigkeit im Nachwuchsleistungssport des Rates des Bezirkes Halle für Karl Kunitzsch

1982: Verdienstmedaille der DDR für vorbildliche Leistungen in der sportlichen Ausbildung der jungen Generation

1982: In Würdigung der Initiativen und Aktivitäten bei der Pflege, Wartung und Nutzung der Sporteinrichtung wird das Kanu – Zentrum Halle Osendorf als vorbildliche Sportstätte des Bezirkes Halle geehrt.

1985/1986: Verleihung des Titels „Vorbildliche Sektion des DKSV“ für hervorragende Verdienste bei der Entwicklung des Kanusports in der DDR

1986: Bestes Trainingszentrum des Stadtbezirkes Halle West im Ausbildungsjahr 1985/1986

1986: Karl Kunitzsch wird der Ehrentitel „Verdienter Meister des Sport“ für seine hervorragenden Leistungen auf dem Gebiet der Körperkultur und des Sports verliehen

1989: Ehrenurkunde im Rahmen der Sportstafette DDR 40

Im nachhaltigen Bereich Umwelt-, Natur- und Tierschutz

Der HKC nimmt seit 1992 erfolgreich am Umweltpreis des Landes-Sport-Bundes Sachsen-Anhalt teil.

Mit den vorgestellten Projekten wurde der HKC 1998 und 2003 als bester Verein ausgezeichnet.

2003: Umweltpreis des Landes Sachsen-Anhalt

2004: Tierschutzpreis (3. Platz)

Umweltpreis 2003

Umweltpreis 2003

Umweltpreis 2004

Umweltpreis 2004

Tierschutzpreis 2004

Tierschutzpreis 2004

 

1990: Am 1. Mai geht die Sportstätte am Osendorfer See in das Eigentum der Stadt Halle/Saale über.

1990: Am 09. Juli wird die BSG Aufbau Halle-Süd in Hallescher Kanu-Club 54 umbenannt und als eigenständiger Verein eingetragen.

1991: Der Hallesche Kanu-Club 54 e. V. wird Ausrichter der 1. Landesmeisterschaft von Sachsen-Anhalt im Kanu-Rennsport.

Dem Vorstand, federführend von Roland Rieck und Karl Kunitzsch, gelang die Fortsetzung einer zielstrebigen Sportarbeit und es werden neue Akzente gesetzt in der Stadt Halle.

1994: Ausschreibung der 1. Kanu-Sprint-Regatta; erstmals werden Wettkämpfe im Triathlon gemeinsam mit dem SV Halle, Abt. Triathlon, ausgerichtet.

1999: Halle erlebt die 1. Weltmeisterschaft im Schiffsmodellbau am Osendorfer See.

1999: Wird das 1. Hallesche Drachenbootrennen um den „Preis der Stadt Halle“ organisiert und eine Trendsportart populär gemacht. Das Rennen findet mit einer noch geringen Anzahl an teilnehmenden Teams und geliehenen Booten im Rahmen der Internationalen Sprintregatta statt. Auch mehrere Kanuvereine setzten Ihre kleinen und großen Sportler zu einer gelungenen Abwechslung in die Boote.

2000: Der Erfolg der ersten Veranstaltung im Vorjahr wuchs bewog den HKC, ein eigenes Vereinsteam zu gründen. Das 1. Hallesche Drachenbootteam gab sich den Namen „El Presidente“ und startete erstmals zum 2. Halleschen Drachenbootrennen und im Rahmen der Kanu-Sprintregatta auf heimischem Gewässer. Gemeinsam mit Sportlern der Partnerstadt Hildesheim wurde das Team zu einer Städtereise zur EXPO Hannover eingeladen. Außerdem startete das Team „El Presidente“ zur 1. Landesmeisterschaft im Drachenboot Sachsen-Anhalt in Friedersdorf in der Klasse Open und wurde zweifacher Landesmeister, das Damenteam des HKC „Dragon Ladies of Hallensia“ errang zwei Vizemeistertitel.

2001: Mit der Anschaffung von zwei eigenen Drachenbooten konnte die 1. Schulmeisterschaft im Rahmen der Stadtsportspiele ausgerichtet werden.

2001: Beim Laternenfest präsentierte sich das Drachenbootteam „Ghostdragons“, das sich aus Renn-Kanuten, Freizeitpaddlern und Sportlereltern zusammensetzte, mit einem umgebauten  Drachenboot als Geisterschiff beim Bootskorso auf der Saale und machte so den Drachenbootsport in der halleschen Öffentlichkeit bekannt.

2004: Aus der Jugendtrainingsgruppe des HKC bildet sich das Team „Kanu-Tigers Halle“, das seitdem dreimal an Welt- und Europameisterschaften und jedes Jahr an den Deutschen Meisterschaften mit großen Erfolgen teilnahm.

2006: Am 23. Februar wird der 1. Halleschen Drachenbootverein gegründet und erhält von der Stadt Halle einen Teil des Sportkomplexes (samt Immobilien) zur Nutzung.

Heute bemühen sich 20 ehrenamtlich tätige Übungsleiter mit verschiedenen Sportangeboten (Kanu-Rennsport, Kindersport, Drachenboot, Gesundheitssport, Behindertensport) ganzjährig um rund 200 Mitglieder im Alter von 3 bis 80 Jahren.

Die Durchführung von alljährlich drei Regatten im Kanu-Rennsport (April, August, Oktober) und die Halleschen Wassersporttage (Drachenboot; Juli) sind feste Bestandteile im Sportkalender des Vereines und der Stadt Halle/Saale.

2010: Seit dem 1. Januar sind der Hallesche Kanu-Club 54 e.V. und der 1.Hallesche Drachenbootverein Mieter des Sportkomplexes Osendorfer See.

2010: Im September werden Gebäudeteile und Regattastrecke durch ein Hochwasser der Reide in starkem Maße beeinträchtigt.

2011: Im August wird die Abteilung Behindertensport/Parakanu im Halleschen Kanu-Club 54 e.V. gegründet und ist damit offizielles Mitglied im Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Sachsen-Anhalt e.V. (BSSA).

2012: Im Herbst beginnt die Einrichtung einer barrierefreien Kraft- und Gymnastikhalle (samt mit dem Anbau eines Sanitärtraktes) im Klubhaus des HKC. Die Fertigstellung ist im Frühjahr 2013 geplant.

2012: Im Herbst wird mit der Sanierung des u.a. durch das Hochwasser beeinträchtigten Uferbereiches begonnen. Ein barrierefreier Zugang zu einer neuen Steganlage wird ebenfalls installiert. Die Übergabe ist im Frühjahr 2013 geplant.

Allmählich entwickeln sich See und Umfeld zu einer interessanten Region im Südwesten der Stadt Halle, in der Sport und Kultur zu einem Miteinander finden. Größere Feiern von Betrieben und Institutionen mit ansprechenden Kulturprogrammen werden ausgerichtet, in der ehemaligen Umspannstation der Grube haben bildende Künstler ein Domizil gefunden. Der angrenzende Dieskauer Park lädt zu Spaziergängen ein, der Dieskauer Musiksommer lockt zahlreiche Gäste in die St. Annen Kirche.

Seit Juni 2013 ist der Sportkomplex, durch ein verheerendes Hochwasser von der Stadt Halle und dem Landesamt für Geologie und Bergwesen, bis auf weiteres gesperrt.  Durch anhaltende Regenfälle und das anstauen der Saale und Elster, konnte der Bach Reide nicht in die Flüsse abfliessen und auf der Straße am Tagebau entstand eine Art Staussee. Der erst im Herbst 2012 erbaute Damm (Landschaftlicher Schutzwall) brach nach nur 24 Stunden druck des Wassers. Über 5 Tage floss ungehindert Wasser in den Osendorfer See. Der normale Wasserstand wird mit Pumpen auf 74m NN gehalten, nun sind es ca 79m über NN. Seit 14.10.2013 und nach langen Verhandlungen des Vorstandes des HKC 54 wurde mit dem abpumpen begonnen. 10cm Pro woche darf nun gepumpt werden, dh mindestens 1 Jahr ohne Komplikationen dauert der Vorgang. Danach wird die Standsicherheit der Böschungen geprüft und ob der Sportbetrieb auf dem Osendorfer See wieder aufgenommen werden kann.

2013: Anfang Juni wird das Sportgelände des HKC 54 e.V. von einer Hochwasserkatastrophe größten Ausmaßes heimgesucht. Der Wasserspiegel des Osendorfer Sees steigt auf eine Höhe von 5.30 Metern über Normalstand. In seinen Fluten versinken die in direkter Nähe des Sees gelegenen Vereinsgebäude. Das Vereinsgelände wird gesperrt. Die Kanuten finden eine einstweilige notdürftige Unterbringung am Hufeisensee. Die Rückkehr an ihre angestammte Trainingsstätte ist ungewiss.

Präsident

1995–2005: Roland Rieck

2005–2008: Karl Kunitzsch

seit 2008: Prof. Dr. Hans-Joachim Kertscher

1. Vorsitzender

1959–1972: Rudi Dinse

1972–1980: Gerd Bieneck

1980–1995: Roland Rieck

1995–2005: Karl Kunitzsch

2005–2008: Dr. Petra Kunitzsch

2008−2011: Egbert Gadde

2011–2012: Johannes Schüler

2012-2013: Michael Langrock

2014: Johannes Schüler

ab 2014: Robin Preußler