Behinderten Nationalmannschaft des Deutschen Kanu Verbandes an den Osendorfer See

  • Parakanu im Kommen

Unter der Leitung von Horst Schlisio, Koordinator für Menschen mit Behinderung im Deutschen Kanu-Verband, wurde am 28. und 29. Mai auf dem Osendorfer See in Halle der erste Sichtungslehrgang der Deutschen Parakanu-Nationalmannschaft ausgetragen. Verbunden war dieser mit einer Trainerfortbildung auf diesem neuen Gebiet im Kanurennsport. Zwei bisherige DKV-Athleten konnten Ihre Leistung bestätigen, neu gewonnene Sportler konnten sich präsentieren und erhielten die Möglichkeit einer zweiten Sichtung, um das Ticket zur Kanurennsport-Weltmeisterschaft, die vom 16. bis 21. August 2011 in Szeged (Ungarn) stattfindet, zu erhalten.
Vier Sportler, je zwei mit geistigen bzw. körperlichen Behinderungen, letztere vom gastgebenden Halleschen Kanu-Club 54 e.V., durften sich den Auswahltests stellen. Dabei wurden Stephan Bahr und Sören Gebhardt als Perspektivkader eingestuft und können nunmehr an den weiteren Maßnahmen des Verbandes teilnehmen. Max und Patrick Grumbach (langjährige aktive Kanuten des HKC) konnten durch ihre Einschränkungen nicht im Parakanu-Sport eingestuft werden, haben jedoch die Möglichkeit erhalten, bei Special-Olympics-Wettkämpfen zu starten. Diese werden 2012 in München ausgerichtet und unsere beiden jugendlichen Sportler wurden dazu jetzt schon eingeladen!

Als Ehrengäste nahmen, neben dem Präsidenten des Landes-Kanu-Verbandes Karl-Heinz Düben und dem Landestrainer des Behinderten- und Rehabilitationssports Detlef Rüpprich, eine ganze Reihe von Vorstandsmitgliedern der Landesverbände teil, was auf die Akzeptanz und die Wichtigkeit dieser neuen Aufgaben verweist. Hervorgehoben wurde die zielstrebige bisherige Arbeit durch den HKC und dessen Koordinatorin Sabine Knöfel.
Am Sonntag Vormittag wurde der Lehrgang mit der Theorie der Klassifizierungen für den Paralympischen Kanu-Sport und einer Doping-Präventionsschulung beendet. Mathias Neubert (Sportwart im HKC) wurde in den Trainerrat der Parakanu-Nationalmannschaft berufen, um auch über die Entwicklungen der Nachwuchskader aus Halle berichten zu können.

Einen besonderen Gast konnte der Verein begrüßen: Andreas Stähle, der von 1973 bis 1979 bei der damaligen BSG Aufbau Halle-Süd (jetzt HKC 54 e.V.) das Paddeln unter seinem ersten Trainer Klaus Kurthe erlernte, wurde 1983 erstmals im Viererkajak und 1985 im Einerkajak Weltmeister. 1988 konnte er in Seoul die Bronzemedaille im olympischen Viererkajak erringen. Andreas betreut bei der KGS Stuttgart einen A-Kader aus der Parakanu-Nationalmannschaft. Nach Jahren der Abwesenheit nahm er seine alte Trainingsstätte wieder einmal in Augenschein, war überrascht, was sich verändert hatte und sicherte einen baldigen erneuten Besuch zu. Auf dem Bild ist er mit Nico Malcher (links) zu sehen. Nico startete 2005 für den HKC und wurde in den neunziger Jahren mit Andreas mehrfacher Deutscher Meister im Sprint.

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