DKV: Saison-Höhepunkt in Portugal

DKV: Saison-Höhepunkt in Portugal

Saison-Höhepunkt in Portugal

Die deutsche Para Kanu-Nationalmannschaft nimmt mit vier Athleten an den Weltmeisterschaften in Montemor (Portugal) teil. Zum Saison-Höhepunkt haben neben den deutschen Sportlern 131 Parakanuten aus 34 Ländern gemeldet.

Alle deutschen Teilnehmer sind nach den intensiven Trainingseinheiten, teilweise auch im Bundesstützpunkt Kienbaum, einhellig der Meinung, dass sie gut vorbereitet auf die internationale Konkurrenz treffen werden. Anja Adler vom Halleschen KC 54 hat das so in Worte gefasst: „Das Training lief bisher sehr gut, sodass ich mich gut vorbereitet fühle.“ Die 29-jährige Rollstuhlfahrerin wird gleich in zwei Disziplinen an den Start gehen. Die WM-Dritte des letzten Jahres im Va´a der Startklasse Vl 3 sieht ihre Chancen entsprechend eher im Va´a als im Kajak. In beiden Disziplinen werden die stärksten Konkurrentinnen aus Groß-Britannien und der Ukraine kommen.

Als Doppelstarter fährt auch ihr Vereinskollege Ivo Kilian nach Portugal. Bisher war auch er im Va´a sehr erfolgreich. Durch die neuen Startklassen-Einteilungen kommt jedoch starke Konkurrenz dazu. Tahiti wird in seiner Startklasse Vl 3 den 2-fachen Weltmeister Patrick Viriamu ins Rennen schicken. Der 39-jährige IT-Fachmann sagt dazu: „Sportlich gesehen freue ich mich über jede Nation, jeden Sportler, der dazu kommt. Meine Zeiten werden auch immer besser. So erhoffe ich mir einen Platz unter den besten Sechs, nicht nur im Va´a, sondern auch im Kajak der Startklasse Kl 2.“

Der für den Wuppertaler VfK startende Peter Happ fährt im Va´a der Startklasse Vl 1. Dort erwarten er und Cheftrainer Arne Bandholz sich durchaus eine Medaille. In seinem ersten Jahr bei internationalen Meisterschaften wird der 44-jährige auf harte Konkurrenz aus Südamerika und Ozeanien treffen.

Die jüngste im Team ist Katharina Bauernschmidt von Bertasee Duisburg. Sie geht im Va´a der Startklasse Vl 2 ins Rennen. Die schärfsten Konkurrentinnen der 28-jährigen Rollstuhlfahrerin kommen mit den mehrfachen Weltmeisterinnen Wiggs und Chippington aus Großbritannien. Im Vorfeld ihrer ersten WM-Teilnahme stellte sie fest: „Ich hab mich gut vorbereitet, und  bin guter Dinge, wobei immer mehr Trainingsaufwand nötig ist, um die Lücke zur Spitze schrumpfen zu lassen und ich stetig daran arbeite. Ich nehme mir fest vor, dass mir Wind und Wetter egal sind und werde alles daran setzen meine beste Leistung abzurufen.“

Diese Zuversicht ist auch den Worten des Cheftrainers Arne Bandholz zu entnehmen: „Ich bin mir sicher, dass alle Sportler sich im Vergleich zu EM noch einmal steigern können und persönliche Bestleistungen zeigen können. Bei der WM wird die Konkurrenz nochmal härter als bei der EM. Ich hoffe, dass wir mit 2-3 Sportlern eine Platzierung bis Platz 6 erreichen werden. Außerdem hoffe ich auf faire Bedingungen und nicht zu viel Wind auf der Strecke. Wir werden auch sicher feststellen, dass sich ein paar Nationen ganz deutlich von uns absetzen werden, wie z.B. Großbritannien, die versuchen werden, in allen Klassen eine Medaille zu gewinnen. Ich freue mich auch drauf neue Nationen zu sehen, wie Tahiti –  quasi das Geburtsland des Vaa Sports.“

Insgesamt werden 12 Medaillen im Para Kanu Rennsport in Portugal vergeben. 10 davon in den paralympischen Disziplinen. Da nun in Tokio 2020 auch der Va´aparalympisch sein wird, werden vor allem in dieser Disziplin viele neue Sportler, wie aus Tahiti, zu sehen sein. Wegen dem in Montemor tückischen Seitenwind wurde dort ein Windnetz, ähnlich wie beim Skispringen, installiert, um den Sportlern möglichst gerechte Windbedingungen zu bieten.

Das Organisationskomitee wird laut ICF-Meldung 10 % der Einnahmen aus den Eintrittsgeldern der lokalen Feuerwehr von Montemor zur Anschaffung eines hochmodernen Löschfahrzeugs spenden.

Die große Eröffnungsfeier mit einem großen Programm findet bereits am 21.August auf der Burganlage von Montemor statt. https://www.youtube.com/watch?v=IAMBpjspn90

Die Rennen der Para Kanuten beginnen am Mittwoch, 22.8. mit den Finals im Vl 1 Männer und Vl 3 Frauen. Donnerstag folgen dann Kl 2 Frauen, Freitag Kl 2 Männer und am Samstag die Endläufe in der Vl 3 Männer und Vl 2 Frauen.

Alle Infos zur WM: https://www.canoeicf.com/canoe-sprint-world-championships/montemor-o-velho-2018

von Christel Schlisio/Deutscher Kanu-Verband