Ostermarathon 2000/ Gemünden

Nach einer beschwörenden Abschiedsrede, begann der erste Marathon von 360 km nach Gemünden am
Main im Stau. Durch eifrige Flirt-Aktionen von Kevin mit einer BMW-Fahrerin, fuhr diese völlig fasziniert
auf ihren Vordermann auf. Nachdem uns nachgereiste Fans schon auf der Autobahn fotographiert hatten,
kamen wir dann endlich nach 6 Stunden an! Wir stürmten die Turnhalle und gingen sogleich zum ersten
Training auf den Main.
Bootshänger und Paddel
Durch den Stadtbummel ausgehungert testeten wir am Abend die italienische Küche, wobei wir feststellten,
daß die bayrische Gemütlichkeit auch in der Gastronomie wörtlich zu nehmen ist. Nach 20 Minuten
Wartezeit auf die Getränke und einstündiger Hinhalten bis zum Servieren des Essens, hoften wir, daß dies
einmalig sei!!!
Samstag, ganz früh am Morgen, krochen wir alle zwischen 6.00 Uhr und 6.30 Uhr aus unseren kuscheligen
Schlafsäcken, um den Main diesmal im Kampf mit unseren Konkurenten zu erobern.
Während einige noch total verschlafen waren, frühstückteten schon die Ersten!
Erschöpft, aber erfolgreich überstanden wir die 10,15 oder 20 Kilometer. Während ein Teil der Gruppe am
selben Nachmittag den Rückweg antrat, schwangen sich die neun bewegungssüchtigen Hinterbliebenen zu
einer 38 km Tour auf die Fahrräder. Beim Abendessen im Gasthof „Zur Linde“, entschieden wir uns, ein
zweites Mal dort einzukehren, obwohl die Kellnerin schon lachend erzählte das sie Morgen nicht da sei.
Am Ostersonntag stiegen wir alle, zum Teil vom Muskelkater gequalt, wieder auf`s Fahrrad. Mutig
kämpften wir uns einen 3 km langen Anstieg nach oben und freuten uns auf die lange Abfahrt, die zum
Glück folgen mußte.
Die meisten schoben ihr Fahrrad den steilen Berg nach oben!
Doch auch nach dem 50 km Marathon konnten wir uns nicht zur Ruhe setzen. Anläßlich der Sperrung von
Sinn und der bevorstehenden Sperrung der fränkischen Saale für Kanuten nahmen wir am späten
Nachmittag am Schweigemarsch teil. Vom Hunger gequält, stürzten wir (18.30 Uhr) erneut in den
Biergarten unserer hochgelobten Gaststätte „Zur Linde“. Keiner von uns war wirklich auf die uns nun
erwartende Erlebnis-Gastronomie vorbereitet. Schwer mußten wir uns die erste Speisekarte erkämpfen.
Nachdem nach 10 Minuten die zweite kam, wußten wir schon gar nicht mehr wohin mit soviel Papier.
Erfreut stellten wir fest, daß sich das Angebot gelichtet hatte und uns die Wahl so erleichtert wurde. Nicht
nur, daß die Getränke auf sich warten ließen, man sah sogar Kunden, die sich ihr Getränk selbst von der
Theke holten. Natürlich immer mit der Entschuldigung vom Haus, völlig überarbeitet zu sein, so hatten wir
immer Verständnis für die pünktlich eingehaltenen Raucherpäuschen. Die aus Salzwedel stammende
bedienende Person hatte uns bereits mit der Frage: „Liegt Halle etwa in Sachsen-Anhalt?“ begrüßt. Aber
erst jetzt lernten wir diese qualifizierte und engagierte Fachkraft richtig zu schätzen. Nach mehrmaligen
Erinnerungen an das leere Salatbüffet, reagierte die Frau endlich – Sie werde es auffüllen, „wenn sie noch
Zeit habe, sicherlich.“. Als endlich, nach einer Stunde, der erste sein Essen bekam, wurde unsere
aufkeimende Hoffnung sofort wieder zerstört, denn der Koch muß wohl die Mikrowelle mit dem
Kühlschrank verwechselt haben. Dann gleich das nächste Erlebnis: „Rotkraut ist alle – holen Sie sich bitte
Salat vom „Buffet“!“ schrie der Kellner als er wieder ins Haus ging. Am Nebentisch verblüffte die
Kellnerin mit der Frage. „Besteck ist noch reichlich vorhanden, oder?“, da sie zwar zwei Besteckteller
zuviel gebracht hatte, und wir noch keine einziges bekommen hatten. So mußten wir uns nacheinander das
Besteck vom Nebentisch holen. Als dann alle nach 1,5 Stunden ihr Essen hatten, wollten einige noch ein
Bier bestellen, wobei uns gesagt wurde, daß erst noch jemand gesucht würde der das Bierfaß anschließt.
Und für das bestellte Rahmschnitzel bekamen wir ein „getarnt“ paniertes Steak, aber sonst schmeckte das
Essen wenigstens sehr gut. In Ruhe aufgegessen, verlangten wir nach einer Weile die Rechnung, was bei
der Kellnerin eine negative Beschleunigung in Geist und Bewegung nach sich zog. Nach dreimaligen
Nachfragen, kam sie dann doch, und kassierte mit einer Freundlichkeit und Fachmännischkeit (z.B.
„Ham`se ma`ne Mark un zehn? Oder so?“), daß es uns nach knapp 2 Stunden und 15 Minuten wirklich
schwer fiel, dieses wirklich weiter zu empfehlende Restaurant, zu verlassen.
Am Ostermontag wachten wir dann alle mit einem Muskelkater im Bauch, vom lachen des Vortages in der
Gaststätte, auf. Nach einem ausgiebigen Frühstück, welches wir uns gleich servierten, machten wir uns auf
die letzte Etappe des Ostermarathons. Und die 360 km nach Hause konnten nicht ohne Stau verlaufen, also
stellten wir uns nach einer Vollsperrung 1,5 Stunden auf die Autobahn. Was kein Nachteil für euch war,
denn während dieser Zeit, schrieben wir diesen Artikel.
Bunny