WM in Schwerin, Kanu-Tiger steuern auf den Silberplatz

WM in Schwerin

Kanu-Tiger steuern auf den Silberplatz

 

Wiesbaden etwas schneller als die Athleten vom Halleschen KC 54

 

erstellt 22.07.05, 22:14h, aktualisiert 22.07.05, 22:33h

 

 

Drachenboot-Rennen werden immer beliebter. (Foto: dpa)

Schwerin/MZ/sid. Zwei Sekunden fehlten den „Kanu-Tigers“ des Halleschen KC 54 zum kompletten Triumph. Nach zwei Titeln zuvor bei den Drachenboot-Weltmeisterschaften in Schwerin reichte es für das Team der 14- bis 18-Jährigen zum Abschluss der Wettbewerbe nur zur Silbermedaille. Auf der 500-Meter-Distanz mussten sich die Hallenser der Mannschaft aus Wiesbaden geschlagen geben.

Unterdessen tobt hinter den Kulissen der boomenden Kanu-Sparte Drachenboot weiter der Machtkampf zweier konkurrierender Verbände. Kurioser Höhepunkt der Auseinandersetzungen: Nach der WM-Premiere des Kanu-Weltverbandes ICF und des Deutschen Kanu-Verbandes DKV in dieser Woche in Schwerin findet in Berlin-Grünau vom 3. bis 7. August gleich die nächste Drachenboot-WM statt: die des international nicht anerkannten „wilden“ Verbandes IDBF.

ICF-Präsident Ulrich Feldhoff ist überzeugt: „Das wird sich in den nächsten Jahren durch Leistung regeln. So eine Privat-WM findet auf Dauer keine Unterstützung in Sport und Politik.“

„Die eigentliche WM findet in Berlin statt“, sagt dagegen die Hamburgerin Gitta Weberi. Die Präsidentin des ebenfalls nicht von den Sportorganisationen anerkannten Deutschen Drachenboot Verbandes DDV meint: „Bei uns starten 23 Nationen und die stärksten Boote. Bei der ICF-WM haben gerade acht Nationen gemeldet.“ Ihr Verband, der den Drachenbootsport hierzulande maßgeblich voranbrachte, zählt rund 3 000 Mitglieder.

Nächstes Jahr findet die 2. Drachenboot-WM in Taiwan statt, dort sollen fast 30 Nationen an den Start gehen. Vielleicht können sich auch Hallenser dafür qualifizieren.